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Gastbeitrag im Expertenbrief: Universitäre Netzwerke

Studentische Netzwerke spielen im universitären Bereich seit jeher eine zentrale Rolle. Allerdings sind moderne Studentennetzwerke heute im Gegensatz zu chauvinistischen Burschenschaften früherer Tage auf den erfolgreichen Studienabschluss ausgerichtet. Neben dem allgemeinen Kommunikationsaustausch auf Facebook zu Klausuren, Vorlesungen, Skripten und Partys spielen mit Blick auf den späteren Job spezialisierte Studentennetzwerke eine enorme Rolle. Als Beispiel sei hier das Studentennetzwerk IREBS CORE an der Universität Regensburg genannt. IREBS CORE verfolgt dabei unter anderem folgende Ziele:

  • Ergänzung der wissenschaftlichen Theorie des Studiums um Praxisbezug und ein exzellentes Netzwerk.
  • Schaffung formeller und informeller Gelegenheiten zum Austausch mit Professoren und Entscheidungsträgern aus der Immobilienwirtschaft.
  • Förderung des Fachwissens durch Vorträge und Workshops sowie durch Wettbewerbe, Exkursionen und in Gesprächen die praktischen Erfahrungen seiner Mitglieder.

Alumni-Vereinigungen prägen Uni-Alltag
„Beziehungen schaden nur dem, der keine hat“ war das Motto früherer Tage mit dem insbesondere universitäre Alumni-Netzwerke in ihrer Außendarstellung zu kämpfen hatten. Diese Old-Boys-Gruppierungen standen in erster Linie dafür, die Karrieren ihrer Mitglieder zu beschleunigen. Dieses Bild muss heute total revidiert werden. Angesichts der finanziellen Ausstattung vieler Universitäten und steigender Studentenzahlen ist das Sponsoring von Lehre und Forschung durch Alumni-Vereinigungen aus dem universitären Alltag nicht mehr weg zu denken. Daneben eröffnen die einzelnen Mitglieder den Studenten zahlreiche Möglichkeiten, schon während des Studiums praktische Erfahrungen zu sammeln.

Der Forscher als Netzwerker
Am Anfang ihrer Entwicklung stehen Forschungsnetzwerke, die dringlicher gebraucht werden als alle anderen. Stellte man sich früher Forscher vor als den einsamen, bärtigen Mann, der zu Fuß durch das Packeis stapft, so muss dieses Bild heute revidiert werden. Die Zeiten einsamer Forschung und Dokumentation der Ergebnisse in dicken Monographien sind ebenso vorbei wie die rein national zu erforschenden Problemstellungen. Drei hochkarätige Papers, publiziert in AAA-gerateten Journals und geschrieben in gemeinsamer Autorenschaft internationaler Herkunft, führen zur Erlangung akademischer Weihen. Die moderne Forschungswelt ist arbeitsteilig und global.
Angesichts der zu erforschenden Lösungen für globale Problemstellungen eine reale Notwendigkeit.

Bill Gates, Mitbegründer von Microsoft, hat in das Berliner Forschernetz Researchgate investiert. Damit ist er einer von sechs Investoren, die im Mai 20 Millionen US-Dollar in das soziale Netzwerk für Wissenschaftler investiert haben. Researchgate wurde 2008 mit dem Ziel gegründet, weltweit Wissenschaftler aller Disziplinen zu vernetzen und zu unterstützen. Die Plattform vernetzt laut Angaben des Unternehmens
bereits fast drei Millionen Wissenschaftler weltweit.

Forschernetzwerke professionalisieren sich
Im professionellen Netzwerk können Nutzer publizieren, Fachartikel hochladen und teilen, sich zu Forschungsfragen austauschen und Kollaborationspartner finden. Wissenschaftler können zudem auf der Seite Rohdaten, Fachartikel und Daten zu „misslungenen“ Experimenten veröffentlichen, um einer Wiederholung von Fehlern in der Forschung vorzubeugen.

Eine Metrik zur Messung wissenschaftlicher Reputation, der RG Score, soll Wissenschaftlern helfen, in Echtzeit und für all ihre Veröffentlichungen Resonanz zu erhalten. Das System soll ihnen ermöglichen, sich auch unabhängig von der Publikation in wissenschaftlichen Fachpublikationen einen Namen zu machen.

Mit Researchgate ist die Forschung in einer globalisierten Welt angekommen. Ohne internationale Forschungsnetzwerke ist Fortschritt für die Menschheit relativ unwahrscheinlich. Internationale Forschungsnetzwerke werden daher heute und zukünftig unverzichtbar sein.

Beitrag von Markus Amon MRICS, Geschäftsführer IREBS Immobilienakademie GmbH, in der aktuellen Ausgabe von realUP - DER EXPERTENBRIEF (Q3/2013) mit dem Themenschwerpunkt Netzwerken von Mario Bonet, Mietflächengutachter und Inhaber von realUP expertises GmbH.